Tierschutzverein SchaZi “Unsere Zickenfarm” … mit Achtsamkeit, Respekt und voller Liebe
09/08/2026
Bevor unsere Stimmen verstummen
Ein offener Brief an unsere Paten/innen, Spender/innen und Förderer/innen
Liebe Freunde,

Heute möchte ich euch allerdings nicht von den schönen Seiten unseres Lebenshofes erzählen.
Heute muss ich Euch ein sehr ernstes Thema mitteilen.
Ich möchte euch bitten, diesen Brief bis zum Ende zu lesen, auch wenn er länger geworden ist, als ich dachte.
Unsere Menschen haben lange gehofft, dass sie diese Zeilen niemals schreiben müssen.
Doch heute haben sie mich gebeten, ihre Geschichte mit euch zu teilen.
Vieles von dem, was in den vergangenen Jahren geschehen ist, verstehe ich nicht.
Ich kenne keine Verträge und keine Gerichte.
Ich weiß nur, dass unsere Menschen fünf Jahre lang alles versucht haben, damit wir Tiere unser Zuhause behalten dürfen und so gut versorgt werden, wie im Paradies.
Wir wollen ganz ehrlich mit euch sein:
Nach so vielen schweren Schicksalsschlägen wissen wir einfach nicht mehr weiter.
Wir stehen wie gelähmt da und versuchen verzweifelt, eine Lösung für die verbleibenden Tiere zu finden.
Wie ihr wisst, waren die letzten fünf Jahre geprägt von unendlichem Druck, Drohungen, gebrochenen Versprechungen und sogar körperlichen Auseinandersetzungen.
Der Druck ist mittlerweile so immens hoch, dass wir nach all den Jahren sagen müssen:
Es geht nicht mehr.
Die Menschen leben hier ohne warmes Wasser und ohne Heizung – nur um die Tiere zu retten, bei ihnen zu bleiben und ihnen weiter ein sicheres Zuhause zu geben.
Doch seit dem Brand, ist der Moment gekommen, an dem wir es nicht mehr hinauszögern können.
Wir müssen den Hof verlassen.
WARUM WIR HEUTE AN DEM PUNKT STEHEN
Bereits im Jahr 2020 erhielten wir die Kündigung.
Umringt von einem Kieswerk, soll wohl auch unser Hof diesem aus wirtschaftlichen Gründen zum Opfer fallen.
Wir haben seitdem alles Mögliche in Bewegung gesetzt, um eine neue Bleibe zu finden: über Zeitungen, die Presse, das Fernsehen, Kleinanzeigen und Mundpropaganda. Wir sind über Land gefahren und haben an jede Tür geklopft, hinter der wir einen freien Stall vermutet haben.
Doch leider blieb unsere Suche bis zum heutigen Tag erfolglos.
Im Mai 2023 konnte unser erster Vorstand dann dem psychischen Druck nicht mehr standhalten und musste in eine Klinik eingewiesen werden.
Ein schwerer Verlust für uns, denn plötzlich stand Evi ganz allein auf dem Hof.
Aus panischer Angst vor der Zukunft wandte sie sich damals an Gut Aiderbichl mit der Bitte, unsere Tiere vorübergehend unterzubringen, bis ein neuer, geeigneter Hof gefunden ist.
Da für diesen Schritt enorme Kosten anfielen, war eine engagierte Tierschützerin bereit, im Vorfeld rund 100.000 Euro an Gut Aiderbichl zu spenden, für die Unterbringung unserer Tiere.
Zusätzlich wurden seitens Gut Aiderbichl groß angelegte Spendenaktionen über Facebook, Instagram, Presse, Zeitungen und Haussammlungen ins Leben gerufen.
Dieses Geld sollte zweckgebunden dafür verwendet werden, alle unsere Tiere abzusichern und zu versorgen, bis wir einen neuen Hof gefunden haben.
Im August 2023 wurde dann eine Vereinbarung mit Gut Aiderbichl getroffen, wonach unsere Tiere auf den Höfen von Gut Aiderbichl untergebracht werden sollten.
Leider wurde die Vereinbarung nicht gehalten, und es wurden dann lediglich von den ursprünglich 343 gelisteten Tieren, nur 197 Tiere abgeholt.
Unter dem Vorwand von Platzmangel wurde uns zugesichert, die verbleibenden Tiere zeitnah nachzuholen – ein Versprechen, das mehrfach mündlich gegeben und auch schriftlich festgehalten wurde, bis heute jedoch nicht eingelöst worden ist.
Und obwohl die verbliebenen Tiere bis heute nicht nachgeholt worden sind, veröffentlichte im Oktober 2023 Gut Aiderbichl dann eine Pressemitteilung, die in den Medien sowie auf Instagram und weiteren Social-Media-Kanälen verbreitet wurde. Darin wurde fälschlicherweise behauptet, unser Hof sei vollständig geräumt und alle Tiere würden nun wohlbehütet auf Gut Aiderbichl leben.
Die Konsequenzen dieser Falschmeldung waren für uns wohl eine katastrophale Talfahrt bei Partnerschaften und Spendeneinnahmen.
Da die Öffentlichkeit davon ausging, dass alle Tiere bereits versorgt und übersiedelt waren, blieben wohl wichtige finanzielle Unterstützungen aus, obwohl rund die Hälfte der Tiere nach wie vor bei uns in Bad Grönenbach versorgt werden mussten.
Im November 2023 schöpften wir neue Hoffnung, als uns ein Landwirt einen Hof zu sehr günstigen Pachtkonditionen anbot.
Voller Zuversicht besichtigten wir das Objekt – leider in Begleitung von Mitarbeitern von Gut Aiderbichl.
Diese verhielten sich wohl vor Ort so unkollegial und unangebracht, dass der Vermieter von dem Pachtvertrag Abstand nahm und dieser letztlich scheiterte.
Dennoch wurde unsererseits weiterhin auf die vertraglichen Zusagen vertraut, die restlichen Tiere endlich unterzubringen, um unseren aktuellen Hof räumen zu können.
Da die Tiere im Mai 2024 immer noch in Bad Grönenbach waren, kam es zu einem erneuten Gespräch zwischen dem Tierschutzverein und Gut Aiderbichl, in dem die vollständige Unterbringung der verbleibenden Tiere final geregelt werden sollte.
Die Verhandlungen scheiterten jedoch abrupt, da Gut Aiderbichl plötzlich die Übereignung sämtlicher Tiere in ihr uneingeschränktes Eigentum forderte – eine Bedingung, die der Tierschutzverein aus rechtlichen und ideellen Gründen nicht erfüllen konnte und durfte.
Von diesem Moment an war das Vertrauensverhältnis nachhaltig zerstört. Direkte Gespräche fanden nicht mehr statt, und die Angelegenheit wurde an Anwälte und Gerichte übergeben, wo die Auseinandersetzungen bis zum heutigen Tag andauern.
Unfall von Evi
Und als ob diese Belastungen nicht bereits ausgereicht hätten, traf uns im Oktober 2025 ein weiterer, schwerer Schicksalsschlag.
Unsere Evi, die unermüdlich rund um die Uhr auf dem Hof im Einsatz war, erlitt einen schweren Unfall, von dem sie sich bis heute nicht erholt hat.
Ihre linke Körperhälfte und insbesondere ihr Arm sind stark in der Funktion eingeschränkt, sodass sie selbst im privaten Alltag auf tägliche Hilfe angewiesen ist.
Wie es für Evi im Verein weiter geht, aus gesundheitlichen Gründen, ist noch ungewiss.
Für unseren Verein bedeutet dies einen unersetzlichen Verlust: All die Aufgaben, die Evi jahrelang allein gestemmt hat, müssen nun mühsam auf viele ehren- und hauptamtliche Helfer verteilt werden – in einer Zeit, in der es ohnehin fast unmöglich ist, zuverlässige Unterstützung zu finden. Von den Kosten ganz abgesehen.
Zu den hohen Rechnungen, die durch externe Arbeitsverteilungen entstehen, kamen noch zusätzliche große finanzielle Herausforderungen auf uns zu.
Rund 14.000 Euro allein, die wir für die angefallenen Stromkosten stemmen mussten.
Denn wohl, um uns schnellstmöglich los zu bekommen, wird uns seit 2023 kein Gas mehr geliefert. So sind wir gezwungen, alles über Strom zu tätigen.
Diese rund 14.000 Euro mussten sofort bezahlt werden.
Hierfür spendete eine liebe Patin 4000 Euro, knapp 1200 Euro konnten aus einer Spendensammlung erzielt werden. Der Rest musste vom Verein als Darlehen geliehen werden, was uns jetzt monatlich mehr Kosten verursacht.
Doch auch das haben wir gemeistert.
Der nächste Hammer traf uns mit Schreiben vom Anwalt von Gut Aiderbichl, dass nun für die untergebrachten Tiere ab 1.06.2026 5 Euro pro Tier und Tag verlangt werden.
Aber nicht nur für die von uns übergebenen 197 Tiere, nein, durch Nachwuchs ist die Herde nun auf 280 Tiere gewachsen!
Das wäre dann eine monatliche Zahlung von rund 42.000 Euro.
Und das, obwohl Patenschaften und Spenden für diese Tiere an Gut Aiderbichl bezahlt werden.
Natürlich müssen wir auch hier anwaltlich agieren, was immense Kosten verursacht.
Der Brand vom 11. auf 12. Juli 2026
Nicht genug an Schicksalsschlägen, ereilte uns in der Nacht zum 12.7.2026 der große Schock.

Bei der nächtlichen Kontrolle der Stallungen/Tiere wurde ein Feuer im Stall festgestellt.
Nur durch ein ganz großes Wunder, konnte das Feuer in Schach gehalten werden, bis die Feuerwehren eingetroffen sind.
Rund 10 Feuerwehren aus den umliegenden Dörfern, das THW und der Rettungsdienst kamen in wenigen Minuten, sicherten den Bereich des Feuers und brachten die Tiere aus den Stallungen.
Bilder, die man nie vergisst! Vorstellungen, was alles passieren hätte können.
Der Schock sitzt so tief, dass es ein normales Weiterarbeiten unmöglich macht. Die Bilder der Evakuierung der Tiere, des Feuers und der Arbeiten von Feuerwehr und THW bleiben tief in der Erinnerung.
Eine Angst, die tief in den Knochen sitzt.
Dazu die hohen Kosten … allein fast 10.000 Euro innerhalb von nur zwei Tagen für Aufräumarbeiten und Abfuhrarbeiten müssen bezahlt werden.
Hinzu kommen die ohnehin enormen, laufenden Kosten für Tierarzt, Tierklinik, Futterversorgung und die tägliche Betreuung der Tiere.
Das ist alleine alles nicht mehr zu stemmen.
Was auf dem Spiel steht
Nicht die Zukunft unseres Vereins bereitet uns die größten Sorgen.
Es ist die Zukunft unserer Tiere.
Viele Menschen glauben, dass mit der Auflösung eines Vereins vor allem Gebäude, Fahrzeuge oder Bankkonten betroffen sind.
Doch bei einem Lebenshof ist das anders.
Unter dem Schutz unseres Tierschutzvereins stehen rund 600 Tiere: rund 200 Tiere leben noch direkt hier bei uns auf dem Hof in Bad Grönenbach. Der Rest ist auf anderen Höfen untergebracht.
Doch besonders die ausgelagerten Tiere auf den anderen Höfen wären dann in höchster Gefahr.
Wenn wir den Verein auflösen müssen, ist das mit enormen Kosten und der Verpflichtung verbunden, diese zu begleichen.
Das bedeutet, dass alle Tiere (erst mal die ausgelagerten Tiere, denn die werden als Nutztiere geführt) in eine sogenannte Verwertung laufen und zur Deckung der Kosten herangezogen werden würden.
Dieser Gedanke ist für uns absolut undenkbar, doch wird uns ohne Hilfe von Außen nichts anderes mehr übrig bleiben.
Schweren Herzens müssen wir euch deshalb mitteilen, dass wir die Überlegung einer Schließung ernsthaft ins Auge fassen müssen.
Es bricht uns das Herz, diesen Schritt überhaupt aussprechen zu müssen, da wir wissen, wie schwerwiegend die Folgen für alle Beteiligten sind.
Ja … Wir Menschen bekommen ein neues Zuhause und starten in eine neue Zukunft.
Doch die Leidtragenden sind die, die überhaupt nichts dafür können.
Unseren Tieren wird es wohl das Leben kosten. Sie haben keine Chance, selbst zu entscheiden oder sich selbst zu helfen.
Sie würden von einer geschätzten Persönlichkeit, wohl zurück zu einer Sache degradiert werden!
Leider sieht niemand mehr, wieviel Arbeit und Engagement hinter diesem Lebenshof steckt.
Beurteilt wird nur das Äußerliche, der verfallene Hof, die fehlenden Veranstaltungen und fehlende neue Tierrettungen.
Dabei wird kaum mehr wahrgenommen, dass das Veterinäramt unsere Tierhaltung als vorbildlich bestätigt hat – zuletzt bei einer unangemeldeten Kontrolle im Mai 2026.
Diese Anerkennung bedeutet uns viel, gerade angesichts der schwierigen Bedingungen, unter denen wir arbeiten.
Der Grundstock eines jeden Lebenshofes sind Menschen, die helfen, die spenden, die Patenschaften übernehmen und den Verein tatkräftig tragen. Diese tragende Basis ist uns in den vergangenen Jahren zunehmend weggebrochen. Deshalb müssen wir heute ernsthaft darüber nachdenken, den Lebenshof aufzugeben.
Wie ihr jetzt helfen könnt
Wenn ihr uns unterstützen möchtet und somit den Tieren ein weiteres Leben schenken möchtet, so bitten wir euch: Helft jetzt – bevor es zu spät ist.
- durch eine Spende,
- durch eine Patenschaft,
- mit Sachspenden aus unserer Amazon Wunschliste
- mit 1 Euro monatlich bei Teaming
- kostenlos anmelden bei Gooding.de und den Tierschutzverein SchaZi auswählen
- einen geeigneten, vorübergehenden Unterbringungsplatz für unsere Tiere suchen (Kosten werden getragen)
- bei der Suche nach einem neuen Hof
- tatkräftig am Hof
- bei der Finanzierung eines neuen Hofes
Jeder Beitrag kann mitentscheiden, ob unsere Tiere eine Zukunft haben oder ob wir diesen bitteren Weg gehen müssen.
In tiefer Sorge – und zugleich dankbar für jede Unterstützung,
Keiner soll sagen, er hätte es nicht gewusst.
Liebe Freunde,
ich weiß nicht, wie unsere Geschichte ausgehen wird.
Ich weiß nur, dass wir Tiere keine eigene Stimme haben.
Deshalb habe ich Euch unsere Sorgen geschrieben.
Nicht, um Mitleid zu bekommen.
Sondern weil wir hoffen, dass ihr versteht, warum unsere Menschen heute um unsere Zukunft kämpfen.
Wenn ihr uns helfen könnt, dann helft uns bitte jetzt.
Nicht für die Menschen, sondern für uns Tiere.
Denn wir können unser Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen.
Danke
Euer Nico stellvertretend für rund 600 Tiere der Zickenfarm
Rechtlicher Hinweis
Dieser Newsletter ist privat und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die vorliegende Darstellung spiegelt ausschließlich die Sichtweise des Tierschutzvereins wider. Bis zu einer vollständigen und rechtskräftigen Klärung des Sachverhalts gilt für alle betroffenen Personen und Parteien die Unschuldsvermutung.
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Zeller Einöde 3, 87730 Bad Grönenbach

